1926 - 1950
1926 Die erste Ordentliche Versammlung (Korpsversammlung) der Oerreler Feuerwehr fand am 07.Juli 1926 anlässlich der Übergabe der neuen Spritze statt (s. Kopie und Abschrift des Protokolls).

In dieser Versammlung wurden die Posten des 1. und 2. Hauptmanns, sowie eines Kassierers und eines Schriftführers besetzt. Drei Gruppen werden aufgestellt, Gruppenführer, Spritzenmeister, Gerätewart und Hornist benannt. Der Beschluss einer einmaligen Zahlung zur Instandsetzung des „alten" Spritzenschuppens und Angaben in Protokollen späterer Jahre lassen darauf schließen, dass es in Oerrel bereits vorher, zumindest seit 1924, eine Feuerwehr gab. Diese war aber wohl nicht organisiert. Geleitet wird diese Versammlung von Herrn Heinrich Niebuhr, Nr. 19, der bis 1960 der erste Mann der Oerreler Wehr bleibt. Hierfür wird er später mit dem Titel „Ehrenbrandmeister" belohnt. Im Laufe des Jahres 1926 findet noch eine zweite Korpsversammlung statt, in der weitere organisatorische Dinge beraten werden. So wird in dieser Versammlung am 28. Nov. 1926 ein 7 - köpfiges Ehrengericht gewählt, dass sich aus den drei Gruppenführern und vier Vertretern der Gruppen zusammensetzt. Diese Einrichtung hat sich bis in unsere Zeit gehalten und muss in Oerrel schon kurz nach der Gründung tätig werden. Ein von der Führung vorgetragener Statutenentwurf wird „widerspruchslos" angenommen. Der Beitritt zur Feuerwehrunterstützungskasse wird beschlossen. Die 35 Versammlungsteilnehmer einigen sich auf einen Jahresbeitrag von 1 Mark. Die Freiwillige Feuerwehr Oerrel war somit aus der Taufe gehoben.  Gründungsmitglieder: vl. Heinrich Buhr,Christoph Wolter,Johannes Rodewald 1927 Im Jahr 1927 kommt das Feuerwehrkorps Oerrel gleich viermal zusammen, um weitere organisatorische Dinge zu beraten. Am 14.April 1927, nachmittags um 3 Uhr legt das Korpskommando einen Dienstanweisungs - Entwurf vor, der schon um 4 Uhr von der Versammlung ohne Debatte angenommen wird. Am 15.Mai 1927 berät man über die Höhe des Jahresbeitrages für das Jahr 1928. 3 Mark hat jedes Mitglied demnach zu zahlen. Dazu kommen noch einmal 3 Mark, die man für die Anschaffung von „Arbeitsröcken" verwendet. Am 21.Juni 1927 wird beraten, wer die Oerreler Wehr als Deligierter beim Feuerwehrverbandstag in Uelzen vertreten soll. Dem 1. Hauptmann H. Niebuhr wird diese Ehre zu Teil. Als Reisespesen gewährt man ihm 10 Mark. Am 08.Dezember 1927 dann eine weitere Versammlung, anlässlich der man die neuen Satzungen und Dienstanweisungen verliest. Ein Tagesordnungspunkt befasst sich mit einer Klage gegen den zweiten Hornisten Heinrich Bühren sen., Nr. 22. Um was es genau ging, ist nicht bekannt. Das Protokollbuch sagt nur, dass man die Klage als unbegründet abweist. Allzu schlimm kann es nicht gewesen sein, denn H. Bühren wird später das zweite Ehrenmitglied der Feuerwehr Oerrel. Es wird ein Beschluss zur Anschaffung einer neuen Schlauchwinde gefasst. Für das Jahr 1928 plant man ein Stiftungsfest, zu dem die Nachbarwehren eingeladen werden sollen. Das Kommando soll die Vorbereitungen treffen, insbesondere soll die Feuerwehrkapelle Wahrenholz engagiert werden. 1928 Nur etwa einen Monat nach der letzten Versammlung treffen sich die Oerreler Kameraden am 11.Januar 1928 erneut. In Langwedel ist es beim Hofbesitzer W. Rodewald am 07.Januar zu einem Schadensfeuer gekommen. Dieser Einsatz wird besprochen. Von den inzwischen 36 Korpsmitgliedern sind immerhin 34 erschienen, als der Hauptmann anhand der Dienstanweisungen und Übungsvorschriften das Vorgehen bei der Brandbekämpfung beurteilt. Der zweite Hauptmann rügt in diesem Zusammenhang das „ordnungswidrige Benehmen" eines Kameraden und erteilt eine Verwarnung. Das Verhalten des Kameraden Heinrich Köllner, Nr. 2, ruft dagegen sogar das Ehrengericht auf den Plan. Man will gegen ihn vorgehen, „weil derselbe mehrfach bei Übungen, Versammlungen und auch bei der Bekämpfung des Feuers in Langwedel gefehlt, sich nicht entschuldigt, die verhängten Strafen und den Beitrag für 1927 nicht bezahlt hat". Vermutlich führt die Verhandlung zum Ausschluss von H. Köllner aus der Wehr. Die Ordentliche Korpsversammlung 1928 findet am 02. Juni statt. Man kommt, wie damals üblich, beim Kameraden Rodewald zusammen. Der vom Kassierer Adolf Haber verlesene Kassenstand beläuft sich auf 52,26 Mark. Man bespricht das Stiftungsfest, dass am 02.Sept. 1928 stattfinden soll. Ob es stattfand und wie es verlief kann nicht gesagt werden. Weder Protokoll noch Kassenbuch geben Aufschluss. 1929 Die Wehr zählt 37 Mitglieder. Anlässlich der Korpsversammlung wird Christoph Wolter zum neuen Kassierer gewählt. Es dreht sich in dieser Zeit bei den gefassten Beschlüssen ohnehin vieles um´s liebe Geld. Nicht bezahlte Beiträge und Strafgelder sollen künftig durch das „Landesamt zwangsweise beigetrieben" werden. Ein weiterer Beschluss soll die Kameraden im Alarmfall zu mehr Tempo anspornen: Das erste Gespann , dass am Spritzenhaus zum Anspannen erscheint, bekommt 5 Mark Prämie zugesichert, das zweite immerhin noch 3 Mark. Der Kassenstand hat sich, nicht zuletzt dank der 25 Mark-Prämie für den Brand in Langwedel, erholt und beträgt 106,05 Mark Man benennt einen Sanitäter mit Ersatzmann und will einen Sanitätskoffer anschaffen. 1930 Im März des Jahres brennt es in Oerrel zweimal (Herbig und Haber). 2 Kameraden sollen künftig für die Bewachung des bei Brandfällen geretteten Inventars eingesetzt werden. Scheinbar gab es bei den aktuellen Fällen Probleme. Laternen und Fackeln sollen beschafft, der Kauf einer Leiter aber noch zurückgestellt werden. Die Wehr tritt der Unfallberufsgenossenschaft bei. Hofbesitzer Hermann Dreyer , Nr. 11, wird das erste passive Mitglied. 1931 Am 26.März 1931 verstirbt im Alter von nur 54 Jahren der II. Hauptmann Christian Ebermann. Die Oerreler Feuerwehr gibt ihm geschlossen in Uniform das letzte Geleit . Nachfolger wird Hermann Wolter , Nr. 28. Die Wahl erfolgt geheim. 3 Kandidaten stehen zur Verfügung. Dank der Brandprämien und der wachsenden Mitgliederzahl (nun 39) sind 197,72 Mark in der Kasse. Eine Leiter und eine Verbandstasche können angeschafft werden. 1932 Im Winter 1932 / 1933 brennt der Hof Niebuhr, Nr. 4. Zeitzeugen berichten, dass es sich um ein sehr großes Feuer handelte, in dem zahlreiche Tiere, darunter auch Pferde, verbrannten. 1933 Bei der Versammlung am 22.März 1933 sind erstmals 2 Austritte zu vermerken. Möglicherweise hängen sie mit den politischen Veränderungen in Deutschland zusammen. Hitler ist Reichskanzler geworden . In der Feuerwehr kehrt ein neuer Ton ein (s. Protokoll v. 9.5.36). Hauptmann Heinrich Niebuhr empfiehlt den Besuch des Führerkurses in der Feuerwehrschule in Celle. Es soll ein Spielmannszug mit Trommel und Pfeifen gegründet werden, dem spontan die Kameraden Christoph Wolter 29, Karl Schulze 17, Karl Fromhage 18 und Heinrich Dehning 13 beitreten. Über die Zukunft der Kapelle wird nichts berichtet. 1934 Am 30.April werden neue Satzungen für die Feuerwehr bekannt gegeben, die aber noch von der Ortspolizeibehörde genehmigt werden müssen. 1935 In der Generalversammlung müssen 2 weitere Austritte verzeichnet werden. Der 1928 in Ungnade gefallene Heinrich Köllner bittet um Wiederaufnahme. Der Hauptmann heisst inzwischen „Wehrführer", das Kommando „Führerrat". In der Versammlung werden neue „Führerbefehle" verlesen. In diesem Jahr wird die Versammlung mit dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel-Lied beschlossen. In Ehra findet in diesem Jahr ein Feuerwehr-Aufmarsch statt. 1936 Anlässlich des Besuches der Feuerwehr Hankensbüttel wird in Oerrel ein Fass Bier spendiert. Ein Kasten Bier kostet in dieser Zeit übrigens lt. Kassenbuch 6,50 RM. Die Zahl der Mitglieder beträgt 36 Mann. Im Winter 35 / 36 wird die Löschwasserversorgung optimiert. Das Wasser wird bis dahin jeweils aus dem Bach (hier „Lentschenbach" genannt) entnommen. Da man diesen zuvor stauen muss, vergeht wertvolle Zeit. Man baut deshalb an der Stelle, wo der Bach die Chaussee Hankensbüttel-Oerrel kreuzt einen Brunnen. In Höhe der Häuser Hermann Wolter 28 und am Ende des Dorfes, an der sogen. Schafwäsche, entstehen Stauvorrichtungen aus Beton. Als es am 6. April bei Hartwig Müller 26 brennt, bekommt man den Brand dank der Neuerungen schnell in den Griff 1937 - 1948 Protokolle wurden in dieser Zeit nicht geschrieben. Das Kassenbuch gibt in etwa Aufschluss über die Geschehnisse der Zeit. So brannte es 1938 in der Flockenfabrik in Hankensbüttel und bei dem Bauern von der Ohe in Langwedel. 1938 wurden 37 Mitglieder geführt, 1939 waren es nur noch 29. Die übrigen waren zur Wehrmacht verpflichtet worden und standen überall in Europa an der Front. Viele andere sollten noch folgen. Etliche von ihnen kamen aus dem Krieg nicht zurück. Den Brandschutz mussten in den Kriegsjahren zwangsläufig auch die Frauen und Mädchen mit übernehmen. Lisa Grebe (Jahrgang 1926) erinnert sich, dass man sich meistens Samstags auf dem Schulhof zu Übungen traf . Diese wurden vom Brandmeister Heinrich Niebuhr (der dabei seinen Spaß hatte) geleitet. Einen ernsten Einsatz gab es glücklicherweise nicht zu bewältigen. Im Jahr 1947 werden im Kassenbuch wieder Bewegungen aufgezeichnet. Demnach hat die Wehr in dem Jahr schon wieder 31 Mitglieder. 1949 Die Wehr konstituiert sich neu ! Am 26.November 1949 findet erstmalig nach dem Krieg wieder eine Versammlung statt. Heinrich Niebuhr wird als Brandmeister bestätigt. Heinrich Buhr wird sein Stellvertreter. Heinz Tiedje und Hermann Dreyer werden Kassierer bzw. Schriftführer. Ein Kameradschaftsabend soll gefeiert werden. Man beschwört die alte Einigkeit in der Wehr. 1950 Der Kameradschaftsabend, der am 01.Februar nach einer Alarmübung gefeiert wird, ist ein Erfolg. Das Protokollbuch berichtet: „Nach erfolgter Stärkung folgte ein Theaterstück und allerlei lustige Einlagen. Anschließend wurde getanzt. Der Abend hat wesentlich dazu beigetragen die Kameradschaft in der Wehr zu festigen und zu stärken". Im Laufe des Jahres kam es zu zwei Bränden in Oerrel (Mohwinkel und Preetz) und einem in Lingwedel (Stegmann).
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